“Warten Sie. Mit drei Teilen Gordon’s, einem Teil Wodka …

17. Juni 2011

… einem Schuss Kina-Lillet. Schütteln Sie es mit Eis und geben Sie einen Streifen Zitronenschale dazu.“ sagt ja schon James Bond in “Casino Royal”.

Na, Ihr Lieben – und heute geht’s um ein paar Rezepte: und zwar um Lifestyle Rezepte in einer coolen Produkt-Broschüre!

Die Zutaten nach klassischem Bond-Vorbild sind: siehe Headline.

Na ja, ich geb ja zu, ich schummel jetzt ein bisschen, denn es sind eigentlich drei Zutaten, die dritte steht schon im Fliesstext drunter, aber für meinen Zweck passt es. Also nochmal:

Zwei Zutaten sind es, auf die es ankommt, und zwar die Worte: Porzellan und Kopenhagen.


Und los geht’s!  Freien Lauf der Fantasie, liebe Texterin …

Wusstet Ihr, dass Stanley Kubrick, der 1968 im ersten Designhotel der Welt, dem Alberto K. – hoch über der Skyline Kopenhagens – das Feinschmecker Menü mit dem Arne Jacobsen Originalbesteck aus “Odyssee im Weltraum” zu sich nimmt? Nebenzu genießt er einen sensationellen Blick aus dem Fenster auf die “Kleine Meerjungfrau”, vielleicht auf den “Schwarzen Diamanten”

- nein, da bring ich bei aller Fantasie doch einen Schnitzer rein –

das geht chronologisch nicht, der Anbau an die Königliche Bibliothek wird erst 1999 eingeweiht. Egal, muss ich noch ein wenig feilen …

Ob Kubrick bei René Redzepi in seinem Noma – einem der weltbesten Restaurants – “norwegische Königskrabbe, Lauch in Asche, Muschelsauce und Brotbrösel” probieren wird oder “knackigen Rettich, Rote Rübe, Gurke, Karotte mit herb-bitteren Kräutern und heissem Knochenmark und Bouillon” darüber … weiss ich nicht zu sagen. Vorstellen könnte ich es mir allerdings!

Gerade er gilt ja als absoluter Perfektionist, geradezu berüchtigt dafür, seine Szenen bis ins kleinste Detail zu verbessern. Genauso wie jeder große Koch doch auch … Ja, wenn ich recht überlege, bin ich mir jetzt sicher, Stanley Kubrick würde das Noma lieben! Genauso wie ich übrigens auch, allein schon, indem ich drüber schreibe!

Aber zurück in den Text! Wie krieg ich jetzt nur die Kurve?

die 1. Zutat fehlt doch noch …

Royal Copenhagen und mittelalterliche Fürsten um 1200, chinesisches Porzellan und “Weißes Gold”, Geheimrezepturen … Stilvoll speisen in angenehmer Atmosphäre an einem nach allen Regeln der Kunst gedeckten Tisch. Ich kann nur sagen, es hat geklappt: Die Headlines passen, die Zwischenüberschriften - ein Genuss zu lesen …!

Und weiter geht’s:  Teil 2 der Broschüre

Same procedure:

Die zwei Zutaten jetzt: Prag und Glas. Meine Assoziationen dazu? Blaue Stunde und Bohème – die Bezeichnung für neudeutsch “relaxter Lifestyle” – die übrigens eine Erfindung unserer böhmischen Nachbarn ist. Den Begriff – und die verstehen schließlich auch was von Lebensart – haben allerdings die Franzosen geprägt. Und Jeff Bridges als Alt-Hippie “The Dude” im Film der Coen-Brüder “The Big Lebowski” ist die perfekte Verkörperung für das im wahrsten Sinne des Wortes Ruhige-Kugel-schieben.  Sein Cocktail “White Russian” hat inzwischen ja einige Berühmtheit erlangt. Nur, wo bekommt man so einen leckeren Drink?

Bingo!

In einer der angesagtesten Bars der Welt zum Beispiel. Die befindet sich natürlich in Prag! Und ich bin mir sicher, Barkeeper Tomas Kucera von Bugsy’s Bar würde die Rezeptur des Cocktails – ohne auch nur mit der Wimper zu zucken – aus dem Ärmel schütteln … Oder James Bond seinen eiskalten “Vesper” wie in “Casino Royal” kredenzen.

Stilecht serviert im passenden Glas natürlich.  Heute wird allerdings anstelle des Sektkelches meist ein Martiniglas verwendet. Die sind nämlich inzwischen größer als 1953 …

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