Für Heiko oder ein wenig Märchenkunde …
Aus gegebenem Anlass und weil es Sommer ist, erzähle ich Euch heute eine Geschichte. Zumindest den Anfang einer Geschichte.
An einem Freitagmorgen im Sommer saß ein junger Mann an seinem Arbeitstisch am Fenster, war guter Laune und programmierte aus Leibeskräften. Da kam zwar keine Bauersfrau die Straße herab, die rief: »Gut Mus feil! Gut Mus feil!«, was heißen will. Es gibt was zu kaufen.
Dies hätte meinem jungem Kollegen vielleicht lieblich in den Ohren geklungen, so dass er sich zum weit offen stehenden Fenster bewegt, seinen Kopf zum Fenster hinaus gestreckt und gerufen hätte: “Hierherauf, liebe Frau, hier wird Sie Ihre Ware los.” – oder so ähnlich …

Nein, es gab an diesem schönen Freitagvormittag keine Frau, die die Treppen in den 2. Stock unserer Agentur emporstieg mit ihrem schweren Korb zu Heiko. Und niemanden, der ihm Töpfe voller Pflaumenmus vor seinen Augen auspackt und auch nicht die Gelegenheit für ihn, die Nase dran zu halten und zu sagen: “Das Mus scheint mir gut, wieg Sie mir doch vier Lot ab liebe Frau, wenn’s auch ein Viertelpfund ist, kommt es mir nicht darauf an.”
Nichts Klebriges weit und breit! Nur ein offenes Fenster. Und trotzdem …
Die Maus in der Rechten, geht er fröhlich seiner Arbeit nach. Indes sind es aber – und das im Vertrauen gesagt nicht erst seit heute – eine besonders vorwitzige Fliege und mehrere kleine schwarze, die ihn bei der Arbeit stören. Und nicht nur Heiko übrigens!
“Ei, wer hat euch eingeladen?” könnte er jetzt sagen und mit einer unwirschen Geste die ungebetenen Gäste fortjagen. Die Fliegen aber, die kein Deutsch verstehen, lassen sich nicht abweisen, sondern kommen in immer größerer Gesellschaft wieder. Da läuft Heiko endlich, wie man sagt, die Laus über die Leber, er langt nach der Fliegenpatsche und ruft: “Wart, ich will es euch geben!”
Gesagt, getan. Die Fliege ist tot. Beste Voraussetzung, sich wieder auf die Arbeit zu konzentrieren. Danke für das beherzte Eingreifen!
Und für mich der Anlass, Heiko einen Blog zu widmen.