Seit nunmehr zwei Tagen sitze ich wie festgeklebt auf meinem Stuhl und starre gebannt auf den Bildschirm. Meine Team-Kollegen fragen schon, was mit mir los sei, sie redet ja kaum noch was. Ist sie beleidigt oder was ist passiert? Wo sie doch sonst so mitteilsam ist!

Der Grund ist einfach und naheliegend: Ich betexte eine Website mit einem klar strukturierten Konzept! Und ich habe eine genaue Zielvorgabe: Ich will so schnell wie möglich fertig sein. Es geht um aufregende Dinge wie Gabelstapler, Ladekrane, Hubwagen, Anbaugeräte, Absetzer …!
Und was als – ich gebe es ja zu: literarisch Affine! – zu früheren Zeitpunkten absolut undenkbar gewesen wäre, erweist sich nunmehr als Aufgabe, der durchaus sehr reizvolle Aspekte abzugewinnen sind …

Will sagen, nach einer gewissen Skepsis und Anfangs-Hemmung, die natürlich mental in kürzester Zeit überwunden waren!, entwickle ich eine regelrechte Begeisterung fürs Betexten von Artikeln wie: Turbo Industrie-Dieselmotoren mit wahlweise hydrostatischem oder Drehmomentwandler-Antrieb und Elektro-Kommissionier-Gabelhubwagen-Plattformhüben. Übrigens auch für Elektrodeichselgeräte mit Nieder- oder Hochhub oder Großkrane mit verschiedenen Zusatzknickarmen, die mit hydraulischer Seilwinde über Fly-Jib ausgerüstet sind.
Die einzige Voraussetzung, um meine Euphorie nicht zu stören, ist, dass ich konzentriert bei der Sache bleiben kann. Denn falls dies nicht möglich ist, kann der eigenartige Sog, der Flow, vergleichbar mit dem Trancezustand beim Meditieren gestört werden. Und die Gefahr besteht durchaus beim täglichen Agentur Trubel!

Ansonsten freue ich mich darüber, meinen Horizont zu erweitern. Denn das nächste Mal, wenn ich über Land fahre und Krane oder Stapler sehe, betrachte ich die Welt mit diesen Geräten aus völlig anderen – ja, fast liebevollen Augen. Denn ich habe mich inzwischen ziemlich intensiv mit ihnen auseinandergesetzt. Zumindest in der Theorie, wenn ich ihre pdf-s zu entschlüsseln versuche und sie in Texte übertrage, unter denen man sich was vorstellen kann …
Das ist das Spannende am Texter-Dasein. Abwechslungsreich und eine Erweiterung der Allgemeinbildung. Zudem das analytische Vorgehen beim konzeptionellen Texten. Denn dann besteht durchaus noch die reele Chance, doch noch rechtzeitig ins Wochenende zu starten …