Da lob ich mir doch die gute alte Zeit!

8. April 2011

Unsere Vorfahren hielten ihre Meetings ja ganz relaxt am Lagerfeuer in der direkten Nachbarschaft. Tauschten sich über die neuesten Nachrichten aus, grillten nebenher vielleicht eine Wisent-Haxe…   Um anschließend die wichtigsten Ergebnisse ihrer Besprechung in den Höhlen von Lascaux an der Wandzeitung auf schön analoge Art und Weise fest zu halten… So beständig, dass man sie auch Tausende von Jahren später noch lesen kann.

Und heute?

Heute ist Donnerstag. Überleg Dir was, Du hast freie Hand in den Gestaltungsmöglichkeiten. Feel Free… und mach was draus.  Die japanische Firma ist dank Internet so nah wie der Nachbar von nebenan. Dead-Line ist Montag siebzehn Uhr. Kein Problem, bis dahin fällt uns schon was Tolles ein. Das ist Alltag…

Vernetzung im Kleinen wie im Großen. Innerhalb des Teams mit kurzen Wegen und direktem Feedback. Designer und Texter arbeiten Hand in Hand. Und in Kontakt mit der Welt außerhalb. In Echtzeit möglich, immer und überall. Und schnell muss es oft gehen.
Also, an die Arbeit. In der Kürze liegt die Würze! Es geht ja zunächst nur um den Vorschlag einer Neugestaltung der Homepage…

Trotz allen technischen Fortschritts und revolutionärer Errungenschaften in der Informations-Technologie wird aber von Zeit zu Zeit die Zerbrechlichkeit der modernen Nachrichtenübertragung auf dramatische Weise offenbar.

Dann nämlich, wenn zum Beispiel Rentnerinnen im fernen Kaukasus auf die Idee kommen, ihr kreatives Ideenpotenzial auszuloten. Und zwar mit dem Ziel, ihre spärliche Pension zu verbessern.  So gräbt Großmutter also in der Erde und hofft, dabei auf Kupfer zu stoßen. Sie befindet sich damit immerhin in einer langen Tradition der Rohstoff-Suchenden.

Zu dumm nur, dass sie mit ihrem Spaten zufällig ein Glasfaserkabel erwischt, das Armeniens Hauptverbindung zum World Wide Web ist. Und ruckzuck! sind für rund zwölf Stunden komplett Armenien und Zehntausende Georgier von der Welt abgeschnitten. So geschehen immerhin in der vergangenen Woche. Denkbar auch bei uns.

Wünschen wir uns da als wahre Kommunikation-Profis angesichts eines derartigen Schreckens-Szenarios manchmal zurück in die Anfänge der analogen Kommunikation?

Nein, nicht wirklich.

Solange alles so gut klappt mit Teamarbeit, kurzen Entscheidungswegen und klasse Entwürfen.


2 Kommentare »

8. April 2011 - 20:55

Gisela von Steinburg

Danke – das ist mir aus dem Herzen geschrieben! Technik muss sein, klar – gerade in der globalisierten Kreativarbeit. Aber wir Menschen haben eben auch das Bedürfnis zu analogen Kontakten. Nix ist schöner, als ne echte Stimme und zwei lebendige Augenpaare, in die man beim Sprechen schauen kann, das ist oft das Thema gar nicht mehr so wichtig.
GvS

18. April 2011 - 14:03

Birgitta Reitschuster

Danke für den Kommentar. Ich denke auch, die gesunde Mischung macht’s. Ganz wichtig ist, egal ob in direktem persönlichen Austausch oder via Internet – dass man authentisch und ehrlich ist. Das merkt man einfach und ist meiner Ansicht nach auf Dauer das einzig Wahre!

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